Love it, Leave it or change it

Stellen Sie sich vor, Sie liegen nach einem aufregenden, tollen Tag am Strand und genießen den Sonnenuntergang. Love it?  Definitiv! Oder Sie sind gerade dabei, Ihrem Lieblingshobby nachzugehen, auch ein Leichtes, das zu lieben. Nun stellen Sie sich vor, Sie sind gerade bei einer richtig lästigen Tätigkeit, etwas das Sie wahnsinnig ungern erledigen. Leave it?  Es sein lassen? Fällt Ihnen wahrscheinlich leicht. Ist es die Küche, die aufgeräumt werden muss und Sie in dem Zustand stört – change it? Auch kein Problem, solange es Sie vorher nur genügend nervt oder Sie die nötige Disziplin aufbringen können. Doch was wenn Sie diese Unzufriedenheit aktuell in Ihrer Arbeit empfinden? Was wenn Sie Ihren Job einfach nicht lieben, Sie aber vom Einkommen abhängig sind und aktuell auch nichts daran ändern können? Wenn Sie verheiratet sind, gemeinsame Kinder haben und eine Scheidung aktuell unmöglich ist? Was dann? Blöder Spruch? Vielleicht, vielleicht auch nicht.

 

Wer bitte liebt denn alles, was er tut?

 

Kurz: Niemand. Jeder Mensch hat mindestens eine Kleinigkeit, die ihn stört und irgendwie kann man auch jeden Menschen auf die Palme bringen – die einen schneller, für die anderen braucht es vorher eben einen mittelstarken Orkan. Trotzdem wirken manche Menschen einfach glücklicher, als andere. Doch was unterscheidet nun die (zumindest äußerlich) immer frohen und vom Glück gesegneten Menschen von denen, die es scheinbar nicht so gut getroffen hat?

 

Think positive!

 

Positiv denken und Dinge ändern, die einen stören. Wenn das so einfach wäre, denken Sie sich vielleicht. Dann gehören Sie zur Mehrheit, denn die ist sicherheitsliebend und würde lieber jahrelang über den aktuellen Job oder die aktuelle Beziehung nörgeln, als einfach das Handtuch zu werfen. Es gibt diese Menschen, die von heute auf morgen alles hinter sich lassen, um das zu tun, was sie lieben. Es gibt jene Menschen, denen scheinbar auf einmal die zündende Idee zur Selbstverwirklichung kommt und die dann auch den Mut besitzen, alles dafür einzusetzen. Gehören Sie auch zu diesen Menschen? Herzlichen Glückwunsch, Sie sind die Ausnahme, ich wünsche Ihnen alles Gute und dass Ihr Plan (den Sie hoffentlich haben!) funktioniert. Oder gehören Sie zu denjenigen, die selbst zwar nicht den Mut oder die Idee dazu besitzen, aber diesen Typ Mensch bewundern? Vielleicht schütteln Sie auch eher den Kopf vor solchen Leuten? Keine Sorge, Sie sind damit nicht alleine.

 

Gewohnheiten und andere Laster

 

Wir bewegen uns tagtäglich in routinierten Schleifen, die sich so oder so ähnlich ständig wiederholen. Wir stehen auf, gehen zur Arbeit, gehen früher oder später nach Hause, unternehmen vielleicht noch etwas und schlafen irgendwann. Das gibt uns ein Gefühl der Sicherheit, wir wissen relativ genau, was auf uns zukommt und können uns darauf einstellen. Den meisten Menschen sind Routinen und Gewohnheiten sehr wichtig, wieso sollten wir auch etwas ändern, wenn es grundsätzlich irgendwie passt? Sie könnten ja, wenn Sie wollten? Rauchen aufhören, Diät durchhalten, weniger fernsehen oder mit dem Smartphone beschäftigen – kein Problem? Wer es schon mal probiert hat weiß wie anstrengend es ist, Gewohnheiten oder Laster aufzugeben. Und für die meisten unter uns führen diese Routinen auch nicht zur Verwirklichung der persönlichen Träume.

 

Momente der Veränderung

 

Manchmal gibt es diese Momente, in denen Zufälle das Leben verändern. Diese Momente können aufregend, spannend und schön sein oder auch tragisch. Ein einschneidendes Erlebnis, das uns alles Bisherige überdenken lässt. Das uns gewisse Dinge unwichtig erscheinen lässt, die vorher wichtig waren oder uns etwas mehr zu schätzen lehrt. Diese Momente kennen sicherlich viele von uns. Für Veränderungen reicht aber oft auch schon eine etwas wohldosiertere Form des Schicksals. Der Kommentar des Kollegen, der schon zehn Jahre länger im Unternehmen ist und davon spricht, dass er schon vor langem „den Absprung“ hätte schaffen sollen. Ein bekanntes Zitat, das Ihnen irgendwie aus der Seele spricht oder ein Lied im Radio. Solche Kleinigkeiten können uns auch zum „Aha-Effekt“ verhelfen, zu dem Moment, wo auf einmal alles klar scheint. Als hätte man vorher alles nur durch eine vernebelte Brille betrachtet.

 

Aktiv werden

 

Jetzt könnten Sie natürlich auf diesen einen Moment warten, der alles bei Ihnen verändert, ohne dass Sie sich selbst anstrengen müssen. Wenn Ihnen das zu lange dauert, hier ein paar Tipps, wie Sie selbst diesen Moment aktiv hervorrufen können:

  • 80ster Geburtstag: Schreiben Sie die Rede für Ihren 80sten Geburtstag aus Sicht Ihrer Familie (Partner/in, Kinder, Enkel, Geschwister, etc.), aus Sicht von ehemaligen Arbeitskollegen/Mitarbeitern/Chefs und aus Ihrer eigenen Sicht. Welche Reden wünschen Sie sich? Passt das mit Ihrem aktuellen Leben zusammen?

  • Energie-Sauger identifizieren: Wer oder was tut Ihnen momentan gut und gibt Ihnen Kraft? Nach welchen Tätigkeiten oder Treffen fühlen Sie sich eher ausgelaugt und negativ? Wie verteilen Sie Ihre Zeit auf positive und (eher) negative Tätigkeiten oder Treffen? Stimmt die Bilanz? Malen oder schreiben Sie es auf! Solche Erkenntnisse prägen sich mehr bei uns ein, wenn wir sie vor uns sehen.

  • Reize schaffen: Schaffen Sie positive Reize – probieren Sie ein neues Hobby aus, treffen Sie sich mit inspirierenden Personen, gehen Sie zu einem tollen Konzert. Alles was unser Gehirn noch nicht kennt, führt zu neuen (in diesem Fall positiven) Wahrnehmungen und kann somit auch verändernde Momente hervorrufen.

  • Machen Sie das beste draus: Wir können niemanden verändern, außer uns selbst. Der Job ist nicht perfekt? Machen Sie ihr eigenes Ding, soweit möglich. Ihr Job oder Ihre Beziehung macht Sie dauerhaft unglücklich? Dann ist es Zeit für eine Veränderung. Wenn Sie das nicht alleine schaffen, suchen Sie sich Unterstützung aus Ihrem Umfeld oder durch eine professionelle Beratung.

Sei selbst die Veränderung, die du dir wünschst!

 

Fakt ist – wir haben nur dieses eine Leben und keiner von uns weiß, wie lange unser persönlicher Meterstab noch ist. Egal ob wir mit der Halbzeit bereits durch sind oder noch viel Zeit vor uns haben – das Leben ist definitiv zu schade, um sich über Kleinigkeiten zu ärgern oder Leuten beim nörgeln zuzuhören. Fangen Sie mit einer kleinen Veränderung bei sich selbst an und Sie werden merken, wie sich nach und nach alles um Sie herum mit Ihnen verändert. Fangen Sie heute an – nicht morgen, sonst könnte es ein „Nie“ werden.